KNS019 – Ein Protein sie beide zu knechten!

Nur noch eine Folge zum runden Geburtstag! Oder zählt man etwa die Nullnummer mit?!? Wir sind uns nicht sicher und machen unverdrossen weiter. Natürlich wieder mit einem Rückblick auf interessante historische Ereignisse an 13. Aprillen (Mehrzahl?), Wissenschaftsnachrichten aus dem ganzen Stimmungsspektrum, einem unterschwelligen Anstoß für ein Open-Source-Softwareprojekt und der Besprechung eines wiedermal ausgezeichneten Buchs von E. O. Wilson über die Evolution der Eusozialität. Viel Spaß beim Hören und kommentieren!

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Sendungsnotizen

Kalendarium: 13. April #

Wissenschaftsnachrichten #

Blutleererer, unterkühlter, metabolischer Stillstand

Das frühe Altern der Kinder #

Wolf im Inntal #

Uni Konstanz stoppt Verhandlungen mit Elsevier-Verlag #

Ein Protein sie beide zu knechten #

5. Report der IPCC Arbeitsgruppe 2 #

Die Retter eurer Koffeinversorgung #

  • Originalartikel: Railsback & Johnson (2014). Effects of land use on bird populations and pest control services on coffee farms. PNAS
  • Der Kaffeebohrer ist ein wirtschaftlich großer Schädling auf Kaffeeplantagen (obgleich körperlich klein)
  • Inwiefern sich Vögel als natürliche Schädlingsbekämpfer einsetzen ließe, wurde in PNAS veröffentlicht
  • Da Blaurücken-Waldsänger gerne Kaffeebohrer fressen, diese aber nur <10% ihrer Nahrung ausmachen, muss man den Vögeln ein wenig mehr bieten
  • Simulationen haben ergeben, dass wenn man 5% der Plantagenfläche durch Baumgruppen ersetzt, optimale Vogeldichten für die Bekämpfung erzielt werden könnten
  • Wie man diese Bäume auf der Fläche verteilt, spielt kaum eine Rolle (rein rechnerisch)
  • Bäume, die für die Beschattung der Kaffeepflanzen allein bereits angepflanzt werden, reichen nicht aus, um die Vögel zu ernähren (wobei dort auch ein geringerer Schädlingsbefall herrscht)
  • Fazit: In den Berechnungen ergab sich, dass trotz geringerer Anbaufläche (wg. der Bäume) mehr Ertrag möglich ist. Daher: Ausprobieren!
  • Abspielen

Advanced Scientific Writing (Software) #

Buchbesprechung: The Social Conquest of Earth (E.O. Wilson) #

  • OpenLibrary-Eintrag; siehe auch KNS006
  • auf Deutsch “Die soziale Eroberung der Erde: Eine biologische Geschichte des Menschen”
  • Eusozialität = arbeitsteiliges, altruistisches Zusammenleben verschiedener Generationen einer Gruppe
  • Schwellen-/Sprungfedermodell mit 5 Phasen: Eusozialität = Nestbau & -verteidigung + Nahrungssammlung, z.B. für Jungtiere (Darwinsche Evoution; 1. & 2. Phase) – Auswanderungsverhalten (Mutation; 3. Phase) => eusoziale Gene müssen keine neuen Verhaltensweisen kodieren, Stilllegung vorhandener reicht (z.B. Aufnahme einer Arbeit, die schon von Nestgenossen verrichtet wird)
  • Entfernung von Schwelle durch z.B. Spezialisierung mancher Bienen auf wenige Pflanzen möglich => weniger Überlappung von Sammel- & Brutzeit => 2. & 3. Phase/Säule fallen weg
  • 4. Phase: Selektionsdruck wirkt speziell auf soziale Merkmale (Arbeitsteilung, Kommunikation, Dominanzverhalten)
  • 5. Phase: Selektion auf Kolonieebene (Königin zu Königin; Arbeiterinnen sind nur Roboter-artige Ausprägungsvarianten ihres Genoms)
  • Welches Selektionsziel erklärt Evolution von Eusozialität am besten? Individuum, sodass Altruismus & Gruppenbildung für eigene Fortpflanzung vorteilhaft sind? Verwandtschaft, sodass Familiengruppen kooperieren? Alturistengruppen, die egoistische niederkonkurrieren?
  • Verwandtenselektion (“Inclusive-fitness theory”) erklärt Altruismus nur unzureichend & war nicht Stimulanz bei neueren Entdeckung zu => Vitalität eines Forschungszweigs zeigt Sinnhaftigkeit der zugrundeliegenden Paradigmen
  • Kritik: Verwandtenselektionshypotese wurde rückwärts angewandt: Suche nach Beweisen, statt Aufbau der zu Beobachtung & Ergebnissen passenden Theorie => Ausschluss besser passender Hypothesen
  • Mensch: individuelle Selektion fördert Egoismus; Gruppenselektion fördert Altruismus => “Natur des Menschen”
  • Schlusszitat: “Every normal person feels the pull of conscience […]”.
  • Abspielen

Geburtstagshausmeisterei #

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8 Gedanken zu „KNS019 – Ein Protein sie beide zu knechten!

  1. Pingback: Vorhersage Dienstag, 15.04.2014 | die Hörsuppe

  2. Michael M.

    Guten Tag. Bevor ich gleich schimpfe: ich höre euch tatsächlich gerne zu.
    Eigentlich geht es auch nicht um diese Episode im Speziellen (sie ist mal wieder gut), aber eine Sache bereitet mir manchmal Schmerzen. Sprachlich ist euer Podcast nämlich teils wirklich abenteuerlich. Dieser wilde Mix aus Dialekt (Kina! Kemie!), nervigen (weil völlig unnötigen) Anglizismen, Fachbegriffen und schlicht falsch ausgesprochenen Wörtern (Scrivener ;) ). Das ist halt alles irgendwo zwischen ganz lustig und sich aufrollenden Zehennägeln und insgesamt manchmal etwas anstrengend. Das könnt ihr doch bestimmt auch noch schöner.

    Antworten
    1. Katrin

      Hallo Michael!

      Scrivener hatte ich als Eigenname interpretiert. “Screivener”, “Scrievenier”? Ehrlich gesagt: keine Ahnung! Betonungshinweise werden gerne angenommen ;-) Was unnötige Anglizismen angeht: Oft gibt es im wissenschaftlichen Sprachgebrauch leider keine gute deutsche Übersetzung. Bzw. fallen sie uns im Gesprächsfluss nicht als erstes ein, weil wir halt Englisch gewöhnt sind. Spezifische Unklarheiten können wir gerne in den Kommentaren beseitigen. Das Problem aber gründlich auszuräumen, würde unserer Ansicht nach mehr Auswendig-Lernen voraussetzen, was sicher auch vielen Hörern gegen den Strich gehen würde.

      Viele Grüße und immer her mit den Fragen nach bestimmten Fachbegriffen.

      Antworten
  3. Michael M.

    Jetzt hatte ich ganz vergessen, das ich euch hier kritisiert habe und nicht mehr nach einer Antwort gesehen. Entschuldigung. Was die Aussprache von “scrivener” angeht: http://de.forvo.com/languages/en/tag/copyist/alphabetically/
    Und was das Englisch betrifft, mir geht es nicht um wissenschaftliche Fachbegriffe, sondern um alltägliche Wörter. Das man nicht gänzlich vorbei kommt ist mir schon klar. Da bin ich als Japanologe noch viel schlimmer dran. Aber bei alltäglichen Wörter kann man ja versuchen, es zu vermeiden.

    Antworten
    1. Michael M.

      Stichwort unnötig, ein kleines Beispiel aus der neuesten Episode: instant death. Wozu? Weil es krasser klingt?

      Antworten
      1. Katrin

        Oh, sorry für die späte Antwort: Nein, nicht weil es krasser klang, sondern einfach weil es im Redefluss halt als erstes in den Sinn kam. Sowas gänzlich zu vermeiden, wäre überproportional viel Vorbereitungs- oder Korrektursaufwand.

        Antworten
  4. sedu

    Hallo,
    zum Thema Schreiben. Ich habe da mal was von der Software Papyrus Author gehört. Diese soll eine Stilanalyse durchführen können. Ich glaube, da gibt es auch mehrere Profile (Belletristik, Wissenschaftlich etc.). Vielleicht könnt Ihr das ja mal testen und Eure Meinung dazu in einem der künftigen Podcasts kundtun.
    Ich selbst benutze zumeist einen CodeEditor (Sublime, Notepad++ etc.) zum Schreiben und strukturiere den Text in Markdown. Das mache ich eigentlich nur wegen der schönen Textvervollständigung anschließend schmeiße ich den Text nochmal in LyX (hat auch eine Textvervollständigung, funktioniert aber nicht so gut wie in CodeEditoren) und lasse mit ein hübsches PDF durch TeX erzeugen. Vor allem die Quellenverwaltung geht ganz gut in Lyx und BibTeX aber ideal finde ich das nicht. Ich glaube, da ist noch viel Luft nach oben.

    Grüße

    sedu

    Antworten

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