KNS017 – Märtyrer gegen Copyright

Nach der Interviewfolge 16 sprechen wir diesmal wieder in gewohnter Manier über Neuigkeiten aus Zoologie, Medizin und Ingenieurwesen. Außerdem versuchen wir uns mit einer philosophischen Betrachtung der Diskussionskultur unter Wissenschaftlern über "sinnlose" Forschung.

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Sendungsnotizen


Kalendarium: 1. März #

Wissenschaftsnachrichten #

Panzerspitzmaus & Säbelzahnfrosch #

Lichtershow am Windkraftwerk #

Moleküllego gegen Pilze #

Aluminium und Alzheimer? (Dank an Christian) #

Drei Eltern #

  • könnten Kinder in Großbritannien bald haben können
  • Gesetzesentwurf zur In-vitro-Fertilisation mit nuklearer DNA der eigentlichen Eltern, die in eine Spendereizelle mit gesunden Mitochondrien eingebracht wird
  • Im Endeffekt ist das Genmanipulation, die eigentlich in der UK inzwischen verboten ist
  • Grund: Frauen mit Mutationen in der mitochondrialen DNA werden diese sehr sicher an ihre Kinder weitergeben
  • Die Elternfrage ist auch schon rechtlich geklärt: die Mitochondrien-/Eizellspenderin hat keine Elternschaft, und wird auch nicht erfahren, wo ihre Zellkraftwerke gelandet sind
  • Der Prozess wurde 2011 gestartet, und hat bisher vorsichtiges grünes Licht. Am 21. Mai 2014 wird abgestimmt
  • Gefunden bei Science News

Empfehlungen #

Forschungssouveränität #

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6 Gedanken zu „KNS017 – Märtyrer gegen Copyright

  1. Henning Krause

    Zur Frage, welches die Argumente für die Raumfahrt sind, finde ich, dass man hier zwischen bemannter und unbemannter Raumfahrt trennen sollte. Bei der unbemannte Raumfahrt gibt es aus meiner Sicht wenig zu diskutieren: Der Nutzen der Raumfahrt-Anwendungen von Satelliten für Kommunikation, TV-Empfang, Navigation, Umweltmonitoring und Katastrophenhilfe liefert der Gesellschaft im Vergleich zu den Kosten eindeutig einen positiven Mehrwert. Die ganzen staatlichen Initial-Investitionen für die Raumfahrt sind im Übrigen schon lange durch das Umsatzsteuer-Aufkommen der Kosten der Privatwirtschaft für den Kauf von Raketenstarts wieder in die Staatskasse eingespielt. Im Übrigen wird der Großteil der Kosten für bemannte und unbemannte Raumfahrt auch nicht als Bargeld in den Orbit geschossen, sondern er bleibt in Form von Arbeitsplätzen und Aufträgen an die Wirtschaft auf der Erde. Die Raumfahrt dient so außerdem als Innovationsimpuls.

    Bei der bemannten Raumfahrt kann man Argumente dafür finden, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse nur mit Astronauten gewonnen werden können, die man mit Robotern nicht bekommen (Bsp. Knochenschwund). Aber das ist meiner Meinung nach nicht eigentliche Grund. Die beste Begründung dafür ist meiner Meinung nach, dass es in der Natur des Menschen liegt, unbekannte Sphären zu entdecken. Und so klettern wir auf den Mount Everest, tauchen in die Tiefsee und so fliegen wir auch in den Orbit, zum Mond und zum Mars. Es liegt einfach in der Kultur des Menschen.

    In Podcast-Form hat das zuletzt Astronaut Chris Hadfield unschlagbar ausgeführt. Im Raumzeit-Podcast haben vor einiger Zeit auch Astronaut Reinhold Ewald und DLR-Chef Jan Wörner dieselbe Argumentation vorgetragen. Auf den ersten Blick mag das wie eine Ausrede klingen, weil man keiner wissenschaftlich-utilitaristische Begründung für bemannte Raumfahrt gefunden habe. Je länger ich darüber nachdenke, desto besser erscheint mir aber die kulturelle statt der Nützlichkeitsbegründung. Auch andere Teile des Wissenschaftssystems stellen doch insbesondere einen kulturellen Mehrwert dar.

    Offenlegung: Ich habe mal für das DLR (die deutsche NASA) gearbeitet.

    Antworten
    1. Katrin

      Hallo Henning!

      Ja, das sehen wir auch so. Zur Untermauerung deines ersten Arguments wäre es interessant zu wissen, was der Materialwert des Gefährts letztendlich ist. Vermutlich nur wenige % eines Programms, dessen größter Teil der Kosten wie du sagtest in Jobs & Entwicklung auf der Erde fließt :-)

      Viele Grüße!

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  2. Matthias

    So, jetzt muss ich doch mal kommentieren, ihr habt es ja nicht anders gewollt. Ohne dass ich die Militärforschung befürworten möchte, finde ich es doch recht komisch, dass ihr fast im selben Atemzug für Toleranz seid, dann aber diesen Forschungszweig verurteilt. Immerhin kann es ja doch mal sein, dass durch Zufall oder zielgerichtete Forschung in einem das Militär nur tangierenden Bereich etwas Neues gefunden wird, wie die Geschichte mit den Uransplittern. Aber zugegeben, das wird wohl weniger oft passieren, wenn das Hauptziel die Zerstörung von Dingen ist. Allerdings kann ich da nicht wirklich mitreden, denn ich weiß nicht, wie viele Dinge doch durch die Militär- oder andere merkwürdige Forschungen ans Licht gekommen sind.

    Zu der Frage, wieso ich Wissenschaft generell interessant finde, kann ich mich nur Herrn Krause anschließen. Es ist wohl die Erkundung von Neuem und Unbekanntem und vor allem der Beantwortung der immerwährenden Frage “Warum sind Dinge so wie sie sind?”. Und speziell dazu gibt es ja ebenfalls eine Folge des Raumzeit-Podcasts (Folge 22), in der berichtet wird, dass man nicht nur nach neuen Dingen sondern nach neuen Anwendungsmöglichkeiten für vorhandene Dinge sucht. Analog könnte es sich ja auch für Forschungszweige verhalten, gegenüber denen man jetzt nicht so viel Toleranz aufbringen kann.

    Dass die Wissenschaften so unterfinanziert sind und sich teilweise um Mäzene geprügelt werden muss, ist schon schade. Vielleicht fehlt da die mediale Aufmerksamkeit. Ich kann mir kaum vorstellen, dass das Interesse bei der Öffentlichkeit fehlt. Aber wir wissen ja: Was wichtig ist, kommt in den Nachrichten.

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  3. HansT

    Hallo! Toller Podcast, bin treuer Hörer!
    Kleine Kritik:
    Die Aussagen zu den Temperaturen auf der Venus waren etwas unklar: Laut Wikipedia liegen diese auf der Oberfläche zwischen min. +437° und max. +497° C, (Druck: 92 bar!). Auf er der Venus ist es nie kalt, sondern sauheiß! Immer! Außer natürlich in hohen Schichten der Atmosphäre.
    Die Eigenrotation ist nicht synchron/gebunden, sondern nur sehr langsam: sie braucht für ne Umdrehung um sich selbst länger (243 d) als für ne Umrundung der Sonne (224 d). Dass es von Sonnenaufgang bis Sonnenaufgang dann doch nur 117 d dauert liegt daran, dass sie sich verkehrt herum dreht (also gegenläufig zur Drehung um die Sonne). Das macht sonst nur noch der Uranus (ein bißchen).

    lg und frohes Schaffen!

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